Im Sporttauchen taucht man normalerweise eine Pressluftflasche auf dem Rücken, doch wenn man sehr lange Tauchgänge macht oder gerade am Anfang noch sehr viel Luft verbracht, kann man entweder eine Stage (kleinere Flasche, die seitlich ans Jacket gehängt wird) mitnehmen oder nimmt sich ein Doppelgerät, so dass man zwei Pressluftflaschen auf dem Rücken trägt, die miteinander verbunden sind.

Doppelgeräte gibt es – genauso wie Mono-Flaschen – in unterschiedlichen Größen. Übliche Größen sind 7, 8,5, 10, 12, 15 und 18l, sowie 20l Flaschen. Am beliebtesten sind 7, 8,5 und 12l. Im Bild sieht man eine D8,5. Doppel-15 und größere Doppelgeräte sind nur für sehr lange Tauchgänge sinnvoll, mit einer Doppel 8,5 bekommt man bereits ausführliche Tauchgänge hin und mit einer Doppel 12 erreicht man auch schnell Tauchgänge von 2 Stunden.
Vorteile von Doppelgeräten
Neben der Tatsache, dass man offensichtlich mit einer zweiten Flasche mehr Luft zur Verfügung hat, sind diese durch eine Brücke miteinander verbunden. Das heißt, während des Tauchgangs muss auch nur ein Finimeter im Auge behalten werden, wenn man gefragt wird, wieviel Luft noch vorhanden ist, müssen nicht zwei Flaschen miteinander verrechnet werden, denn beide Flaschen werden durch die Brücke gleichermaßen abgeatmet.
Mit einem größeren Doppelgerät kann man auch zwei oder drei Tauchgänge machen. Bei zwei getrennten 12l Flaschen kann man 2*150bar = 2*1800l = 3600l Luft in 2 Tauchgängen veratmen, so dass in beiden Flaschen 50bar = 600l Luft Reserve verbleiben. Mit einem 12l Doppelgerät kann man 2*2100l Luft veratmen und hat auch am zweiten Tauchgang noch die gleichen 600l als Reserve in der Flasche.
Die Flaschenventile bei Doppelgeräten liegen weiter auseinander. Mit etwas Übung kann man so die Flaschen ohne Hilfe des Buddies zudrehen, wenn beispielsweise ein Atemregler abbläst. Im Fall eines Problems verfügen Brücken im Regelfall um ein Absperrventil. Das bedeutet, man kann die beiden Flaschen voneinander trennen. Geht beispielsweise das Flaschenventil kaputt, kann man die Brücke schließen und kann die Luft der anderen Flasche so sichern.
Das Doppelpaket liefert also keine perfekte Redundanz, aber schafft dennoch mehr Sicherheit. Des Weiteren muss man klar sagen: Das Wissen, extrem viel Luft dabei zu haben, entspannt einen Tauchgang sehr.
Nachteile von Doppelgeräten
Der offensichtlichste Nachteil ist, dass zwei Flaschen schwerer sind als eine. So ein Doppelgerät wird also sehr schnell sehr schwer und eignet sich nicht, um damit längere Strecken zu laufen. Es empfielt sich also durchaus auch über die Anschaffung einer Sackkarre nachzudenken, wenn es bis zum Einstieg ein Stück zu laufen gilt.
Für ein Doppelgerät kann man sein normales BCD nicht verwenden, sondern benötigt ein BPW, eine Backplate mit Wing. Hier wird die Vergurtung (Harness) an eine Metallplatte befestigt, an der Metalplatte das Doppelgerät aufgeschraubt und dazwischen liegt die Tarierblase, die als Wing ausgelegt ist. Erforderliches Blei wird an die Metalplatte geschraubt, zwischen die Pressluftflaschen oder in geringer Menge in Form von Bleitaschen am Harness befestigt. Der Vorteil dieser Kontruktion ist, dass man vorne sehr viel Platz hat. Der Nachteil, dass das gesamte Gewicht beim Tauchen auf dem Rücken liegt und dort balanciert werden möchte. Man kann sich also gegebenenfalls nicht mehr so frei im Wasser bewegen wie mit einem BCD und nimmt automatisch die liegende Position ein, damit das Doppelgerät nicht zur Seite kippt, was eher unelegant aussieht.
Brücken und Flaschendurchmesser
Je nach Flaschendurchmesser benötigt man unterschiedliche Brücken. Bei 140mm Flaschendurchmesser Durchmesser sind das üblicherweise 140mm Brücken, aber häufig werden die schmalen Flaschen mit breiteren Schellen ausgestattet, so dass sie auf dem gleichen Abstand gehalten werden wie 10l oder lange 12l Flaschen. Hier wird dann eine Brücke für 171mm verwendet.
Für kurze 12l Flaschen mit einem Durchmesser von 204mm, bzw. 15l, 18l und 20l Flaschen benötigt man entsprechend eine 204mm Brücke.
Vorhandene Doppelgeräte
Folgende Doppelgeräte können getaucht werden.
| Größe | Liter | Luftmenge | Durchmesser | Ventil | Brückenbreite | Druck | Flaschenform |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| D7 | 14l | ~3800l | 140mm | DIN | 140mm | 300 bar | konkav |
| D7 | 14l | 2800l | 140mm | M26 Nitrox | 171mm | 232 bar | konkav mit Fuss |
| D8,5 | 17l | 3400l | 140mm | DIN | 171mm | 232 bar | konvex |
| D8,5 | 17l | 3400l | 140mm | DIN | 171mm | 232 bar | konvex |
| D12 | 24l | 4800l | 171mm | DIN | 171mm | 232 bar | konkav |
| D12 | 24l | 4800l | 171mm | DIN | 171mm | 232 bar | konkav |
| D12 | 24l | 4800l | 171mm | M26 Nitrox | 171mm | 232 bar | konvex |
Im Vergleich: Die häufig getauchten 10l Flaschen haben 2000l Luft (bei 200bar), eine Mono 12l Flasche hat 2400l Luft.
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